Wenn man ein Event schon von Weitem riechen kann, begibt man sich mit großen Erwartungen zur Strecke. Mit jedem Meter schleicht sich der typische Geruch von Gummi in die Nase, aus der Ferne hört man Reifen quietschen und bekommt schon eine grobe Vorstellung davon, welch hartes Duell sich Wagen, Asphalt und Fahrer gerade liefern. Motoren heulen auf, gelegentlich wird hart gebremst. „Kiesbett!“ schreit jemand aufgeregt.

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Nürburgring DRIFT EVENT ( Bilder / Facebook)

Nürburgring DRIFT EVENT (Video / Facebook)

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Die Welt des Driftens ist eine ganz eigene. Die Kunst liegt in der perfekten Harmonie zwischen Fahrer und Wagen. Vieles ist Technik, wie zum Beispiel der optimale Radstand, die PS Zahl oder die Motorleistung. Doch auch die immer viel zu wenig erwähnten feinen Werte des Motorsports tragen wesentlich zum Gelingen bei. Das kontrollierte Ausbrechen erfordert Fingerspitzengefühl, man muss den perfekten Moment finden, um los zu lassen. Gleichzeitig darf man keine Aufmerksamkeit verschenken, denn oft wird es knapp, gerade dann, wenn mehrere Fahrer ihr Können zeigen. Alles Routine – mag mancher denken, doch so ist es nicht. Jeder, der bei der European Drift Challenge angetreten ist, darf sich als Profi bezeichnen. Dennoch gingen die Leistungen teilweise stark auseinander. Wer in der einen Runde seinen Wagen perfekt in Szene zu setzen wusste, landete nur kurz darauf in undankbarem Terrain.

 

Die European Drift Challenge 2011 war sicher eines der größten Highlight des 24 Stunden Nürburgrennens. Alle Publikumslieblinge hatten sich versammelt, um zu beweisen, warum sie zur Extraklasse dieser diffizilen Disziplin gehören. Teams aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, den Niederlanden und Luxemburg waren am Start, die die vollbesetzten Tribünen meisterlich zu unterhalten. Kein Fan von driftenden Hecks wurde enttäuscht. Das Spiel mit der Technik und den Nerven der Fahrer im Grenzbereich des Möglichen bot viel für die Augen, aber auch so manchen Ausflug ins Kiesbett.

Die Reifen qualmten und quietschten: rein in die Kurve, Heck ausscheren lassen, um dann einen sauberen zweiten Drift im unteren Drittel der Strecke abzuliefern. Zunächst traten die Fahrer einzeln an und vollführten waghalsige Drifts. Der nächste Durchlauf wurde paarweise absolviert. Tür an Tür hieß das Motto der Stunde. Jede gelungene Vorstellung wurde von den Fans bejubelt. Manchmal wurde es verdammt knapp und ein Raunen ging durch das Publikum. Doch immer wieder schafften es die Fahrer dank ihrer Erfahrung auch brenzlige Situationen zu meistern ohne einen Blechschaden zu riskieren. Besonders spannend wurde es, als durch den Rauch der Reifen eine dichte Nebelwolke entstand, die teilweise die Fahrer einfach verschluckte. Den Höhepunkt des Abends läutete der Massen-Drift ein. Verschiedene Wagen einzelner Teams, aber auch ein gemischtes Kader faszinierten die Fans mit ihren Showeinlagen. Ein genialer Abend mit viel Adrenalin!